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Einführung in das Uranos Archiv



Die Entstehung


Im Sommer 2005 fielen uns 280 Klartextübertragungen (aus dem Nachlass Amalie Künstler) der Vorträge Rudolf Steiners in die Hände. Das war der erste "Zufall" wertvoller ursprünglicher Schriften, die um das Wirken Rudolf Steiners herum entstanden.
 
Schon beim Lesen der ersten Klartexte wurde uns bewusst, dass diese Texte anders auf uns wirkten. Die Gestaltung der Sätze, die Wahl der Begriffe ist z. T. anders als in den Texten aus der Gesamtausgabe Rudolf Steiners, welche die Nachlassverwaltung in fortwährend neuen Auflagen mühsam und peu à peu herausbringt. In der Gesamtausgabe sind viele Begriffe ersetzt, ganze Textpassagen weggelassen oder zugefügt, Sätze umgestellt. Die Nachlassverwaltung begründet die Veränderungen mit dem Argument, die Vorträge der modernen Sprache anzupassen, um sie allen Menschen verständlicher zu machen.
 
Rudolf Steiner hat oft betont, dass es bei seinem Vortragswerk nicht allein auf das "Was", sondern ebenso auf das "Wie" ankommt, also daß das "Wie-er-es-sagte" von größter Bedeutung ist.
 
Fred Poeppig schreibt in seinem Buch "Schicksalswege zu Rudolf Steiner", Seite 46:
 
In einem Aufsatz über „Sprache und Sprachgeist“ schildert Rudolf Steiner den Kampf des Geistesforschers mit der Sprache, wenn er versucht, seine Geist-Erlebnisse ihr einzuverleiben. Dieser Kampf kann zu einem befriedigenden Ausgang gelangen, wenn ein lebendiger Verkehr mit dem Sprachgeist gefunden wird. Dann nehmen die Worte etwas Geistiges an: „Sie hören auf zu „bedeuten“, was sie gewöhnlich bedeuten und schlüpfen in das Geschaute hinein... Es nimmt die Sprache einen persönlichen Charakter an, man setzt sich mit ihr auseinander wie mit einem anderen Menschen.“
 
Auf diesem Wege vollzieht sich eine Neugeburt der Sprache aus dem Sprachgeist heraus. Man erfasst die vor jeder abstrakten Begriffsprägung schöpferisch wirkenden Sprachkräfte, die noch jungfräulicher Natur sind. Das ist der Weg zum Erleben des imaginativen Bildcharakters der Sprache, worin der Sprachgeist als ewiger Proteus schöpferisch wirkt...

Die Idee des Archivs
 
Das Anliegen des Archivs ist es, die ursprünglichen Schriften Rudolf Steiners zu retten und zu bewahren. Rudolf Steiner wirkte bis tief ins Innere der Menschen, um die Menschheitsentwicklung auf einem heilenden Weg zu begleiten und zu unterstützen.
 
Nachdem uns weitere bedeutsame Schriften von engsten Mitarbeitern Rudolf Steiners zufielen, wie der verschollene Nachlaß von Mathilde Scholl (in dem einige Schriften von Lilla Harris, Frau Ricardo, Hermann von Baravalle usw. enthalten sind), Teile des Nachlasses von Dr. Oskar Schmiedel, 60 kg Paul Ritter Nachlaß, ein Teil des Nachlasses von Keyserlingk ... und 1500 Seiten der Esoterischen Schule und der F. M., beschlossen wir, ein Archiv zu gründen. Die Schriften sollten nicht nur uns zum Studium dienen, sondern allen Menschen zugänglich gemacht werden. So entstand das Uranos-Archiv. Vieles wurde von uns über das Internet gekauft, einiges haben wir durch Kauf oder Spende von der Christengemeinschaft in Hamburg, dem Rudolf Steiner Haus in Hamburg, der Steiner Buchhandlung in Hamburg, der Rudolf Meyer Bibliothek in Bremen, weltweiten Antiquariaten und auch Einzelpersonen erhalten.

Ein paar Nachlässe fielen uns zu, als ältere Menschen, die mit der Anthroposophie von Jugend an verbunden waren, ihre Vermächtnisse den Enkeln übergaben, die selbst keinen Zugang zur Geisteswissenschaft hatten und lieber bare Münze  in der Tasche wollten. Vieles davon wurde leider auch weggeworfen. Für uns sind die alten ursprünglichen Schriften Steiners wahre Schätze, die wir der jetzigen aber auch der Nachwelt erhalten und vor dem Untergang retten wollen.
 
Zeitgleich entstand eine Bibliothek mit Schriften von Anthroposophen, die um und mit Rudolf Steiner weiterforschten und ihre Forschungen niederschrieben. Mittlerweile gibt es über 3300 Bücher und zwischen 8000 und 9000 Zeitschriften zu allen Themengebieten: Medizin mit Heilmittelforschung, Pädagogik, Landwirtschaft, Eurythmie u. v. a. Wir erhielten auch hier einige Spenden durch Schulen, Einzelpersonen und andere Institutionen als die oben genannten.

Durch eine Spende von Dr. Gerhard Hüttig und Dr. Elke Hüttig aus Bremen war es uns möglich, eine Firma mit der Erstellung einer Webseite zu beauftragen, auf der wir einen Teil der Dokumente in digitaler Form jedermann zugänglich machen konnten. Über die Webseite entstanden neue Kontakte und es fand sich ein Kreis von Menschen zusammen, die dieses Projekt unterstützen und weiter ausbauen wollten. Im August 2009 traf sich ein Teil dieser Gruppe in Bliestorf und beschloß dort unter anderem die Gründung eines Fördervereins, der das Uranos-Archiv und ähnliche Projekte unterstützen und zugleich als verantwortlicher Herausgeber und Betreiber der Internetseiten fungieren sollte. Ab Anfang 2010 erscheint nun die Internetrepräsentanz des Uranos-Archivs als vom Verein "Uranos - Gemeinschaft zur Förderung geisteswissenschaftlicher Archive und Publikationen e. V." gefördertes und herausgegebenes Projekt.

Unsere Vorhaben
 
Gegenwärtig befinden sich die Schriften im Herrenhaus Gut Bliestorf und sind für jeden zugänglich.

Wir sind momentan dabei, das Archiv im Internet weiter auszubauen. Es wird immer weiter wachsen, weil Neues kontinuierlich hinzukommt.

Wir freuen uns, wenn Sie unser Vorhaben bekannt machen und auf diese Weise das Archiv ebenfalls unterstützen. Wir kaufen jede Art von älteren Schriften von Rudolf Steiner und Pionieren der Anthroposophie, wie z. B. Stenogramme, Klartexte, maschinengeschriebene Vorträge, Mitschriften, Abschriften, Fotos, Postkarten, Notizen, Telegramme, ältere Bücher .... Wir veröffentlichen auch gern Schriften, die sich in Ihrem Besitz befinden.

Wir freuen uns über jegliche Art von Unterstützung, auf die wir auch angewiesen sind: Zusendung von Materialien in Form von Manuskripten oder Typoskripten usw., Mitarbeit bei der Pflege der Webseiten oder finanzielle Unterstützung durch Spenden an den Verein oder auch eine unterstützende Mitgliedschaft. Näheres über den Verein, seine Projekte und darüber, wie Sie daran teilnehmen oder ihn unterstützen können, erfahren Sie hier. Sie können auch direkt Kontakt aufnehmen mit der Projektgruppe Uranosarchiv innerhalb des Uranos-Vereins per Email an uranosarchiv(at)uranosev.de.

Thierry Cassegrain